Halbfertig in der Schublade hilft niemandem. Während ich den ersten Blogartikel schreibe, fällt mein Blick auf ein Podcast-Skript. Es liegt seit Wochen auf meinem Schreibtisch. Nicht weil ich keine Lust hatte. Sondern weil ich es noch einmal überarbeiten wollte. Wie so oft. Ganz typisch ich.
Die Idee dazu entstand auf einem Spaziergang. Ich habe sie schnell ins Handy gesprochen, damit sie nicht verloren geht. Ein paar Wochen später habe ich mein Handy aufgeräumt und die vielen Sprachnotizen ordentlich in einen Ideenordner verschoben. Zum Weiterbearbeiten. Irgendwann.
Die eigentliche Frage ist nur: Wann?
Kommt dir dieses Verhalten vielleicht bekannt vor? Wir schieben ja gerne mal etwas vor uns her. Inzwischen quillt mein Ordner mit Rohmaterial für Blogartikel, Podcasts und Kursblätter über. Eigentlich ein Luxusproblem.
Man kann tatsächlich auch zu viele Ideen haben. Und dann kommt der entscheidende Gedanke: Halbfertig in der Schublade wird es vielleicht irgendwann perfekt. Aber bis dahin kann ich niemandem damit weiterhelfen.
Vielleicht war genau diese E-Mail der kleine Schubs, den dieses Podcast-Skript gebraucht hat. Manchmal ist nicht noch eine Überarbeitung nötig. Sondern einfach der Mut, etwas zu Ende zu bringen und zu veröffentlichen.
Und für dich könnte das heißen:
Vielleicht hast auch du eine Schublade. Keine echte. Obwohl ... vielleicht gibt es sogar die berühmte Kruschelschublade, die du lieber gar nicht öffnest.
Ich meine aber eine andere. Eine Schublade voller guter Vorsätze. Angefangener Ideen. Bücher, die du noch lesen möchtest. Rezepte, die du ausprobieren willst. Oder Dinge, die du schon längst einmal umsetzen wolltest.
Vielleicht musst du gar nicht ständig nach neuen Ideen suchen. Vielleicht reicht es, heute eine einzige herauszunehmen. Und dich genau auf diese zu konzentrieren.
Während ich diesen Artikel schreibe, fällt mir plötzlich auf: Eigentlich beschreibt genau dieser Gedanke mein ganzes Ernährungskonzept. Nicht alles auf einmal. Nicht zehn Veränderungen gleichzeitig. Sondern den nächsten Schritt. Genau einen.
Manchmal fallen einem solche Zusammenhänge erst auf, wenn man einen Artikel zu Ende schreibt.
Und manchmal passen dann plötzlich alle Puzzleteile zusammen.
